Vergessene Ladeinfrastruktur beim "Elektroboom"

Aktualisiert: Aug 9



Ziel schneller als gedacht geschafft: „Wir werden die eine Million Elektroautos im Juli erreichen“ - Politik - Tagesspiegel Mobil


"Wir werden unser Ziel von einer Million Elektroautos bis 2020, das jedermann für unerreichbar gehalten hat, in diesem Juli erreichen, also mit nur einem halben Jahr Verspätung". Mit diesem Satz verkauft Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier die bisherige Verkehrswende als Erfolg. Dabei haben wir keineswegs nur ein halbes Jahr Verspätung, wie der Postillon hier treffend auf Facebook andeutet:


Auf der "Klimauhr" ist es bereits fünf nach zwölf und hier wird gefeiert, dass wir eine Million E-Autos auf die Straße bekommen - wohlgemerkt während man die KfW-Fördermittel für zugehörige Ladeinfrastruktur leerlaufen lässt. Klar wird noch darüber diskutiert, ob es diesbezüglich eine erneute Aufstockung geben soll, aber schafft man es nicht sowas im Vorhinein zu planen und einen nahtlosen Übergang zu gewährleisten? Dass der "Ladeinfrastrukturtopf" irgendwann aufgebraucht ist, war bei der enormen Nachfrage ja vollkommen absehbar.


Die Konsequenz? Durch das Ausbleiben der KfW-Förderung für Ladepunkte bei gleichbleibendem Boom von KFZ-Neuzulassungen ganz klar: Tendenz steigend!

Die Augsburger Allgemeine erkennt das Problem und sieht voraus, dass Autofahrer entweder horrende Wartezeiten vor Ladepunkten haben werden, oder wegen leerem Akku und großer Distanz zur Ladesäule gar nicht erst dort ankommen. Uns ist das ja auch schon passiert: Neulich in Bad Oeynhausen... - YouTube



Wie geht es also weiter? Wir befinden uns kurz vor einer absolut entscheidenden Bundestagswahl. Es wurde bereits vielfach angekündigt, dass die Ära Merkel ein Ende finden wird. Wo möchte die CDU also hin in Sachen E-Mobilität und Klimawandel?


"Der Minister betonte, dass weitere Ziel von sieben bis zehn Millionen Elektroautos auf deutschen Straßen bis 2030 könne sogar übertroffen werden. „Inzwischen haben wir auch aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts unsere Klimaziele deutlich verschärft und wollen schon im Jahr 2045 klimaneutral leben und wirtschaften. Auch die EU hat Vorschläge gemacht, wie die Klimaziele bis 2030 im Verkehr anzupassen sind“, sagte Altmaier." (Tagesspiegel, Link ganz oben)


E-Auto Boom hin oder her: Im gesamten Artikel findet man keinen einzigen Bezug zur Ladeinfrastruktur. Sämtliche Maßnahmen zum Klimawandel, so wird es hier deutlich, haben regierungsexternen Ursprung, sei es BVG oder EU.


Wenn man sich die Solarindustrie als Indikator für eine erfolgreiche "Energiewende" anschaut, so findet Heise.de klare Worte:

"Allerdings ist die Produktion von PV-Anlagen in Deutschland durch die politisch gewollte Zerschlagung der deutschen Solarindustrie in der Vergangenheit nicht ausreichend."


Statt die enormen Potenziale, die aus erneuerbaren Energien und E-Mobilität resultieren können, mitzunehmen, hat man mit dem endlosen "weiter so" Stabilität gewährleistet - auf Kosten des Klimas und den Arbeitnehmenden der Wind- sowie Solarindustrie. Jetzt sind mit dem Ausbleiben der Ladeinfrastruktur die E-Autofahrer dran.



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