Ein Resümee zur IAA: Vernachlässigtes Energiemanagement

Aktualisiert: Sept 15


Dieses Bild wurde nicht auf der IAA gemacht, stellt die Problematik aber sinnbildlich sehr gut dar.

“Die Messe war ernüchternd und auch enttäuschend.” So, oder so ähnlich haben wir es in unserem kleinen Teaser formuliert. Wie Geschäftsführer Oliver zu diesem Schluss gekommen ist, wird im Laufe des Blogbeitrags deutlich. Starten sollten wir allerdings am Anfang der Reise nach München:

Im Vorhinein war diesjährige IAA Messe für mich mit ein paar großen Unsicherheiten verbunden. Schließlich ist die Coronasituation mit ihren teils willkürlich wirkenden Beschränkungen noch immer absolut unvorhersehbar. Nachdem wir vor allem wegen letzterem die Entscheidung getroffen haben, nicht selbst mit der WHB Charging auszustellen, entschloss ich mich wenigstens als Besucher auf die Messe zu begeben. Begünstigt wurde das durch meinen Kontakte in die Automobilindustie eines , meiner Geschäftspartner vor Ort und solche, die es werden wollen – wer kann bei all diesen zuvorkommenden Ticketangeboten schon nein sagen?


Aufgrund meiner Geschäftsreise nach Brasilien am Dienstag den 7.9. beschränke ich meinen Aufenthalt in München auf zwei Tage. Genügend Zeit um einen tiefergehenden Eindruck zu gewinnen. Da ich bei solchen Reisen grundsätzlich den Zug nehme, habe ich glücklicherweise von den Protestaktionen auf den Autobahnen vor Ort wenig mitbekommen.


Bei der Ankunft am Montag fiel besonders das überzeugende Hygienekonzept auf, das sich auch während meines gesamten Aufenthalts durchgezogen hat. Die IAA ist die erste große Messe “nach” der Pandemie. Die Veranstalter haben zahlreiche Vorbereitungen getroffen, dieses Pilotprojekt nicht scheitern zu lassen. Dennoch, so war mein Eindruck der ersten beiden Tage, gab es erstaunlich wenige Besucher – und das in einer Zeit des Umbruchs, der Mobilitäts- und Energiewende. Sollte einen das nicht umso mehr dazu bewegen, sich über die neuesten Trends und Entwicklungen zu informieren?


Nun kommen mehrere Faktoren zusammen, die das eventuell erklären können:

1. Es gibt noch immer eine gewisse Zurückhaltung gegenüber Corona, die man auch niemandem verübeln kann.

2. Die Messe fand zum ersten Mal in München statt. Der Ortswechsel wurde definitiv nicht von jedem willkommen geheißen.

Neben diesen beiden Punkten gibt es auch einen dritten, auf den ich gerne näher eingehen möchte. Zum ersten Mal in der Geschichte der jährlichen Messe, gab es außerordentlich wenige Verbrenner zu sehen. In meinen Augen eine bahnbrechende Entwicklung, die absolut begrüßenswert ist. Die Elektrifizierung des Verkehrs ist aus gutem Grund gekommen um zu bleiben. Die Veranstalter und Autobauer scheinen das erkannt zu haben. Konsens in der Gesellschaft, gibt es dazu jedoch bekanntlich leider noch nicht. Wie dem auch sei. Wie oben bereits angedeutet wurden viele BEVs auf der Messe ausgestellt. Mein persönlicher Favorit ist dabei definitiv folgender:


Bei einem Klick auf das Bild, werden Sie zu einem Artikel der Auto Bild weitergeleitet.

Der Elegend EL1 macht deutlich, dass BEVs nicht nur verdammt leistungsfähig, sondern auch den Verbrennern voraus sein können. Der neue Allradler beschleunigt in 2,8 Sekunden von null auf Tempo hundert und verspricht eine Höchstgeschwindigkeit von 300 km/ h. Geplanter Produktionsstart: 2022. Der Kaufpreis liegt bei 1.059.100 Euro.

Auch mal einen Blick auf andere Wallboxhersteller zu werfen, konnte ich mir nicht entgehen lassen:


Es ist wirklich bemerkenswert, wie viele Hersteller es mittlerweile auf dem Markt gibt. Umso überraschender, dass scheinbar keiner von ihnen bemerkt hat, was E-Mobilität wirklich heißt. Überall sah man einzelne Komponente ansehnlich zur Schau gestellt, aber Innovation der Wallbox, neue Batteriespeichersysteme – alle Dinge die ein ganzheitliches und durchdachtes Energiekonzept ausmachen – nirgends zu finden.


Bidirektionales Laden tauchte zwar stellenweise auf, genauere Informationen fand man allerdings teilweise nicht mal auf Nachfrage. Polstar etwa, konnte mir im Gegensatz zu Renault (Ende dieses Jahres) und VW (Anfang nächsten Jahres) nicht einmal Auskunft darüber geben, ob ihre Autos jemals bidirektional (ent-)laden können. Ob das nun am Ansprechpartner oder der Marke liegt, sei mal dahingestellt, aber dieser Mangel an Bewusstsein für das absolut entscheidende Potenzial der E-Mobilität war für mich der Auslöser, die diesjährige Messe als enttäuschend zu bezeichnen.


Und damit bin ich nicht der einzige. Nach und nach erscheinen Linkedin-Beiträge zur IAA, bei denen es einen eher durchwachsenen Tenor gibt:



Wolfram Uerlich stellt hier abschließend genau die richtige Frage: Kann es eine einzige Messe schaffen all jenen Entwicklungen genug Raum zu bieten? Mobilität ist nicht mehr lediglich Individualverkehr mit Auto und Straße. Heutige Mobilität vereint zahlreiche innovative Ansätze - Lastenfahrräder und Shared Mobility sind nur ein paar davon. Für uns relevanter ist aber die oben angesprochene Komponente des Energiemanagaments, die zwingend bei der E-Mobilität mitbedacht werden muss. Ansonsten werden Potenziale verschenkt und die Energiewende ist zum Scheitern verurteilt. Auch das gehört zur Mobilitätswende!


Unser Unternehmen, das sich erst im Februar dieses Jahres gegründet hat, kann sich von den konventionellen Wallboxherstellern abheben. Auf der Messe wurde deutlich: Wir haben ein Alleinstellungsmerkmal sichtbar im ganzheitlichen Denken. Wallboxen verkaufen und anschließen kann jede(r). Nachhaltiges Energiemanagement mit Hand und Fuß, das sowohl Netze entlastet, als auch den Strommix grüner werden lässt, das können nur wir. Das zusammen mit der kürzlichen Nominierung zum OWL Innovationspreis ist für uns eine ganz klare Bestätigung: Die WHB ist zukunftsweisend!


Ihr Oliver Wessel

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